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Wochenendseminar „Freie Entfaltung für Kinder“

27.-29. Oktober 2017
MATURANAHAUS Emmendingen

Pädagogik


Einführung


Jedes Kind entwickelt sich und lernt von innen gesteuert. Diese Entfaltungskraft kann jeder bei Kleinkindern beobachten, die im Verlauf der ersten Monate und Jahre eine Vielzahl unglaublich komplexer Fähigkeiten aus eigenem Antrieb erlernen. Diese natürliche Lernfähigkeit kann erhalten und ein Leben lang fortentwickelt werden, wenn ihr sensibles System nicht durch lenkende Eingriffe von außen gestört, reduziert oder verhindert wird.

„Das Kind ist der Baumeister seiner selbst“ erkannte Maria Montessori. Jedes Kind bringt seinen eigenen inneren Bauplan mit auf die Welt, der wie ein Samenkorn die Fülle seines Potentials enthält und auf Entfaltung wartet. Um diesen inneren Bauplan verwirklichen zu können, benötigt es eine geeignete Umgebung, die seinen eigenen Rhythmus und seine individuellen Lern- und Reifeprozesse respektiert.

Vorbereitete Umgebung


Im MATURANAHAUS Emmendingen finden die Kinder aller Altersstufen, auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen und Behinderungen, eine reichhaltig vorbereitete Umgebung vor, die auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse der jeweiligen Entwicklungsetappen abgestimmt ist.

soraFür die Kindergartenkinder ist die Umgebung der Eingangsstufe speziell für freies Spiel und sensomotorische Aktivitäten aller Art vorbereitet. Die Umgebung ermöglicht vielfältige Tätigkeiten in Bewegung und mit allen Sinnen, sie lädt immer wieder zu neuen Erfahrungen ein und erlaubt den Kindern, Handlungen beliebig oft zu wiederholen, bis ihr Erlebnisbedürfnis wirklich gesättigt ist. Von den Gegebenheiten der Natur bis hin zu den Elementen unsererer Kultur wie Schrift und Zahl, kann so alles ganzheitlich in einem natürlichen Lernprozess begriffen werden.

In der Schule kommen für die Primarstufe weitere Bereiche für aktives Spielen und Lernen hinzu. Diese sind dafür vorbereitet, durch konkretes eigenes Tun in den verschiedensten Gebieten vernetztes Verständnis und Wissen aufzubauen. Diese Altersstufe ist dafür eingerichtet, zunehmend komplexe soziale Erfahrungen zu machen, kleine Praktika auszuprobieren und Mitbestimmung in der Schulversammlung zu praktizieren. In der Sekundarstufe erweitert sich das Spektrum der Umgebung durch Möglichkeiten formal und analytisch zu arbeiten, neue soziale Bedürfnisse zu verwirklichen und verstärkt Erfahrungen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu sammeln.

Eigene Entscheidungen


Die Umgebung aller Bereiche ist für das eigenständige Tun der Kinder (Jugendlichen) vorbereitet, sodass jeder immer wieder selbst entscheiden kann, was er tun möchte, mit wem er etwas tun möchte, wie lange, auf welche Art usw.

Die Kinder erfahren immer wieder aufs Neue die befriedigende Qualität eigenmotivierter Tätigkeiten. Selbstständigkeit und Eigeninitiative lassen echtes Interesse an unterschiedlichen Aktivitäten und Fragestellungen zu. So werden durch viele Erfahrungen Kreativität, Ausdauer und Konzentration aufgebaut und erweitert.

Damit ein Kind wirklich autonome Entscheidungen treffen kann, braucht es die Gewissheit bedingungsloser Zuwendung von den Erwachsenen. Nur wenn es sich angenommen fühlt, muss es sein Verhalten nicht nach außen hin ausrichten und kann sich vollständig der Erfüllung seiner eigenen Entwicklungsbedürfnisse widmen.

Respektvolle Begleitung


gerdIm MATURANAHAUS werden die Kinder in allen Aktivitätsbereichen von Erwachsenen begleitet, die jedem Kind entsprechend seinen Bedürfnissen Zuwendung geben und mit aufmerksamem Interesse die selbstgewählten Tätigkeiten der Kinder wahrnehmen. Die nicht-direktive Haltung der Erwachsenen ermöglicht jedem Kind auf seine eigene Art und Weise seine selbstgestellte Aufgabe durchzuführen, ohne dass es durch lenkende Eingriffe wie Motivierung, Korrektur, Anleitung, Bewertung und Belohnung dabei gestört wird.

Die Erwachsenen geben den Kindern durch echtes Interesse und Zuwendung die jeweils notwendige emotionale Unterstützung, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und Probleme und Konflikte zu lösen. Absolutes Vertrauen in das Entwicklungspotential jedes einzelnen Kindes bildet die Grundlage für die achtsame Haltung der Erwachsenen.

Regeln und Grenzen


Einfache Regeln und klare Grenzen bieten einen sicheren Rahmen innerhalb dessen sich jedes Kind orientieren kann. Die Erwachsenen bestehen anhaltend auf die Einhaltung dieser Hausregeln und begleiten die einzelnen Kinder bei ihren Erfahrungen.

zwo-jungsRegeln und Grenzen im MATURANAHAUS dienen nicht als Erziehungsmaßnahmen, sondern als notwendige „Leitplanken“, um eine entspannte Umgebung für alle zu ermöglichen. In vielfältigen Situationen sammeln die Kinder zusätzlich zu den gegebenen Hausregeln Erfahrungen damit, eigene Regelungen und Lösungen zu entwickeln. Ab der Primarstufe nehmen alle Kinder an der wöchentlichen Schulversammlung teil, bei der zusätzliche Regeln und Abmachungen besprochen werden können und gemäß ihren eigenen Erfahrungen immer wieder verändert und den Bedürfnissen der Gruppe angepasst werden.

Jedes Kind im MATURANAHAUS findet so entsprechend seiner Entwicklungsetappe ausreichend Spielraum dafür, seine sozialen Kompetenzen weiter zu entwickeln und allmählich Verantwortungsbewusstsein für sein eigenes Handeln aufzubauen.

Zusammenarbeit mit den Eltern


Damit Kindergarten und Schule zu solch einem Ort für freie Entfaltung werden können, ist eine gut vernetzte Kooperation zwischen den Erwachsenen des pädagogischen Teams und den Eltern jedes einzelnen Kindes notwendig.

Grundlage dafür ist die eigene freie Entscheidung der Eltern, die Entwicklungsprozesse ihrer Kinder respektvoll nicht-direktiv zu begleiten und innerhalb der Familie eine entspannte Umgebung aufzubauen. Die Erwachsenen sind aufgefordert, sich immer wieder mit sich selbst auseinander zu setzen und für neue Erfahrungen offen zu sein. Das pädagogische Team unterstützt die Eltern dauerhaft dabei, in die Entwicklungsprozesse ihrer Kinder zu vertrauen und ihr Verständnis für die authentischen Bedürfnisse der Kinder zu vertiefen.